Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Kurzfristige Ziele bzw. Projekte des LPV

Umsetzung des Projektes „Wiederbelebung und Stärkung des Landschaftspflegeverbandes „Hoher Fläming/Baruther Urstromtal“

Das Regionalbudgets für „Lokale Initiativen“ vom Landkreis Potsdam-Mittelmark, welches auf Fördermittel des Europäischen Sozialfonds zurückgreift zielt u.a. auf die Professionalisierung und Qualifizierung von ehrenamtlich wirkenden Vereinen und Verbänden Fördergegenstand ab.
Diesen Ansatz hat unser LPV aufgegriffen und im 4. Quartal 2007 einen Förderantrag an den Landkreis gestellt und erfreulicherweise bewilligt bekommen.

Die Erarbeitung und Umsetzung von zwei ersten Landschaftspflegeprojekten konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden:


Der Schutz von Landschaftselementen (vorrangig Einzelbäumen)durch Auskoppeln


Die Pflege von Kopfweiden


Erhaltungsschnitt von Kopfweiden

1. Geförderte Maßnahme
Der Landschaftspflegeverband „Hoher Fläming / Baruther Urstromtal“ e.V. hat im September 2009 über das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LVLF) und den Naturschutzfonds Brandenburg Fördergelder für das Projekt „Erhaltungsschnitt von Kopfweiden als einmalige initialisierende Maßnahme für eine nachhaltige Kopfweidenpflege“ bewilligt bekommen. Die Fördermittel werden zum Erhalt und zur Verbesserung des natürlichen Erbes (ILE-Richtlinie Teil II F) verwendet.

2. Kurzbeschreibung des Projekts:
Innerhalb des Verbandsgebiets des LPV gibt bzw. gab es einen sehr hohen Bedarf hinsichtlich erforderlicher Erhaltungsmaßnahmen für Kopfweiden (Ergebnisse Bedarfsermittlung 2008). Große Bestände an zu erhaltenden Weiden finden sich insbesondere in Teilgebieten der Belziger Landschaftswiesen (Planebruch). Weitere in das Vorhaben einbezogene Kopfweiden stehen am Briesener Bach (Groß Briesen) sowie in Deutsch Bork. Für ca. 650 St. Bäume konnte im Rahmen des Projekts ein Erhaltungsschnitt durchgeführt werden. Längerfristiges Ziel der Maßnahme ist der Anstoß zur weiteren Erhaltung, verbunden mit fortgesetzter Pflege der Kopfbäume und damit auch der Erhalt ihrer Funktionen für den Naturhaushalt sowie für die Eigenart und Schönheit der Kulturlandschaft.
Das Vorhaben, inklusive Praxisseminar, dient der Einführung und Etablierung einer fachgerechten Praxis für weitere Pflegemaßnahmen im Zusammenwirken mit Gemeinden/Städten/Ämtern, Landwirten und Flächennutzern. Weitere Pflegegänge werden möglichst im Abstand von ca. 5 bis 7 Jahren erfolgen. Diese werden dann durch Nutzer und/oder Eigentümer selbst organisiert. Die fachkundige Ausführung der Kopfweidenpflege als einmalige Erhaltungsmaßnahme eröffnet die Chance zur Vermittlung des benötigten Fachwissens.

3. Das Projekt in der Ausführung:
Die Ausführung der Arbeiten wurde an zwei Fachfirmen aus der Region vergeben (1. Fa. Neuland, Lothar Hammes-Lerch aus Lübnitz und 2. Fa. Jürgen Pflaum Gartengestaltung/Baumpflege aus Lübnitz)
Beginn: 19.01.2010
Ausführung: der Erhaltungsschnitt ist bis Mitte Februar erfolgt, Abschluss im Juni 2010

4. Bedeutung von Kopfweiden
Die Kopfweide ist keine eigene Baumart, sondern eine Nutzungsform, wie sie traditionell bei verschiedenen Weidenarten angewendet wird. Durch einen regelmäßigen Schnitt entstehen im Laufe der Jahrzehnte die markanten Kopfbäume. Einmal zur Kopfweide geschnitten bleibt eine Weide immer eine Kopfweide und muss gepflegt werden. Werden die Kopfweiden nicht regelmäßig geschnitten und von ihren immer schwerer werdenden Ästen erleichtert, besteht die Gefahr, dass sie nach 15 – 20 Jahren vollständig auseinander brechen.
Kopfbäume werden allgemein als Landschaftselemente mit besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild eingeordnet. Sie haben zudem einen außerordentlichen Wert in Bezug auf kulturhistorische Hintergründe und damit für den Erhalt und die Entwicklung historischer Nutzungsformen. In der Vergangenheit waren Kopfbaumbestände eng mit der bäuerlichen Landwirtschaft einer Region verbunden. Im Fläming stellen Kopfbaumbestände ein kulturhistorisch gewachsenes Landschaftselement der Niederungsgebiete und Bachniederungen dar. Flurmeliorationen und Grundabwasserabsenkungen haben den Bestand an Kopfweiden stark verringert. Über Jahre hinweg ist keine kontinuierliche Kopfweidenpflege erfolgt. Die effektive Verwertung des anfallenden Schnittholzes bildete darüber hinaus ein Problem. Heute und in Zukunft dient das anfallende Schnittholz überwiegend der Energieholzgewinnung über Hackschnitzel.
Kopfbäume – Lebensräume besonderer Art:
Kopfweiden sind Zeugen einer alten Wirtschaftsform unserer Heimat und damit im Laufe der Zeit Nahrungs- und Brutplatz für viele Tiere geworden. Alte dickstämmige Weiden können von mehr als 183 Insekten- und über 100 Käferarten bewohnt werden. Im morschen Weichholz des alten Kopfbaumes leben viele gefährdete Käferarten wie Moschusbock (Aromia moschata), Pappelbock (Gattung Saperda) und Weidenbock (Rhamnusium bicolor). Auch die Larven anderer Insektenfamilien leben von, auf oder in Weiden. Hinzu kommen Schmetterlinge wie der Weidenbohrer. Besonders im Winter leben viele Vögel beispielsweise Meisen und Spechte von den Insektenlarven. Durch den Kopfweidenschnitt und die vielfältigen Aktivitäten der Tiere und auch der Pilze entstehen im Laufe der Jahre große Höhlen in den Bäumen. In diesen hohlen Stämmen und ausgefaulten Baumhöhlen brüten Fliegenschnäpper, Grauschnäpper, Weidenmeisen, Feldsperlinge und Rotschwänze. Daneben finden auch Steinkauz und sogar Turmfalken gute Nistmöglichkeiten. Auch Fledermäuse wie der Abendsegler nutzen gerne die Höhlen. Und nicht zuletzt nutzen selbst Wiesel und Marder Kopfweiden als Baue.
Kopfbaumbestände weisen als Lebensräume für Tiere eine besondere Bedeutung für den Naturhaushalt auf.


Mittel- und langfristige Ziele bzw. Projekte des LPV

Pflege von Streuobstwiesen zum dauerhaften Erhalt hochwertiger Lebensräume


Erhalt und Schaffung von Feldrainen als vernetzendes Element im Biotopverbund


Heckenpflege und-erhalt zur Strukturerhöhung in der Kulturlandschaft


Pappel-und Erlenpflege an Bächen zur Förderung der gewässertypischen Begleitbiotope